Der Hauptmann von Köpenick -
ein deutsches Märchen von Carl Zuckmayer
Premiere November 2013

Fotografien: Mike Reis

"Der Hauptmann von Köpenick"
Die tragische Komödie “Der Hauptmann von Köpenick” beruht auf einer wahren Begebenheit, die sich am 16. Oktober 1906 in Berlin und Köpenick ereignete. Der Schuster Wilhelm Voigt ist ein arbeits –und wohnungsloser, siebenfach vorbestrafter Mann. Vergeblich versucht er in dieser bürokratischen und militarisierten Zeit Arbeit oder einen Pass zu bekommen. Wo er hinkommt wird er als Aussätziger behandelt und man wirft ihm vor, nicht genügend Achtung vor dem deutschen Vaterland zu besitzen. Voigt versucht verzweifelt in das Berliner Passamt einzudringen und sich einen Pass zu erstellen. Er wird jedoch gefasst und verhaftet. Während seiner Gefängniszeit lernt Voigt alles über Militär und Militärordnung. Als er aus dem Gefängnis entlassen wird, stellen sich ihm die selben Probleme wie zuvor. Verzweifelt kommt er schließlich bei seiner Schwester und deren Mann unter. Nach einigen Wochen soll er jedoch endgültig aus dem Deutschen Reich ausgewiesen werden und so entschließt sich Voigt zu handeln. Er kauft sich von einem jüdischen Trödler eine Offiziersuniform und begibt sich in Richtung Potsdamer Kaserne. Vor der Kaserne angekommen, befiehlt er zwei Wachen bestehend aus insgesamt 12 Mann mit ihm nach Köpenick zu fahren, die Mission sei geheim und sehr wichtig. In Köpenick schließlich läßt er das Rathaus abriegeln und den Bürgermeister festnehmen. Nun will sich Voigt einen Pass ausstellen lassen, zu seinem Unmut muss er aber feststellen, dass in Köpenick kein Passamt existiert. So lässt er sich nur die Ortskasse aushändigen. Der Bürgermeister und sein Schatzmeister werden schließlich in Gewahrsam genommen und nach Berlin gebracht. Dort fliegt der Schwindel natürlich auf und alle Zeitungen berichten sarkastisch über die Geschichte des “Hauptmanns von Köpenick” einem Ort in dem es nicht einmal eine Kaserne gibt. Einige Tage später stellt sich Voigt der Polizei unter der Bedingung einen Pass zu bekommen. Voigt kommt schließlich ohne weitere Freiheitsstrafe frei, doch seinen Paß will er gar nicht mehr haben. Wilhelm Voigt verbringt insgesamt 30 seiner 57 Lebensjahre im Gefängnis und will nun nur noch seinem Lebensabend entgegen schauend in der Heimat leben und ein wenig seinen Ruhm auskosten.